Sri Lanka — Tag 3

Wilpattu National Park

Heute ist mein Geburt­stag und meine erste Safari im Wilpattu National Park steht an. Da ich “nur” einen deutschen Pass vor­weisen kann, darf ich gle­ich mal das Dreifache an Ein­tritt bezahlen. Dafür haben wir einen Jeep ganz für uns allein. Das Verdeck ist mit zwei Bänken aus­ges­tat­tet. Ich hätte nicht gedacht, dass man selbst bei Schrittgeschwindigkeit so durchgerüt­telt wird, doch die Wege hier sind uneben und teil­weise matschig von dem Regen, der hier vor ein­paar Tagen gewütet haben muss.

Lei­der haben wir heute nicht allzu viel Glück und die Bewohner des Parks wollen sich nicht so recht sehen lassen. Ein­paar Rehe, Vögel, Warane und Ele­fan­ten sind dabei. Gerne hätte ich einen Leop­ard zu Gesicht bekom­men, doch dieser hat sich heute sehr gut versteckt.

Der Park ist riesig, die Wege schmal. Es ist eine einzige Berg– und Tal­fahrt, die es in sich hat. Es ist immer wieder aufre­gend, in den Wirren der Pflanzen­welt nach Tieren zu suchen und sich dann ganz enthu­si­astisch darüber zu freuen, wenn man mal einen Hahn gefun­den hat.

 

Auf einer Lich­tung, umgeben von einem großen See, schauen wir zwei Ele­fan­ten beim Baden zu. Auf ein­mal bre­itet sich Stille aus und nur noch der Wind und das ent­fer­nte Stampfen ist zu vernehmen. Ich glaube, ich hätte stun­den­lang dort sitzen und zuschauen kön­nen. Tiere in freier Wild­bahn zu erleben, ist ein­fach ein völ­lig anderes Erleb­nis. Es ist eine vol­lkommene Ruhe, die einen umgibt und man ver­bringt die Zeit damit, diesen Ein­druck regel­recht in sich aufzusaugen, um ihn nie wieder zu vergessen.

Als die Ele­fan­ten zurück an Land trot­ten, setzt unser Fahrer den Rück­wärts­gang ein. Er möchte den Tieren nicht zu nahe kom­men und sieht eine anges­pan­nte Sit­u­a­tion aufkom­men. Wir fahren am See vor­bei und lassen den Jeep neben uns auf seinem Platz ste­hen, dessen Fahrer wohl keinen Grund zur Sorge sieht. Den Touris­ten auf dem Verdeck gefällt das natür­lich und sie bit­ten ener­gisch darum, doch noch näher her­anz­u­fahren. Wir beobachten das Vorge­hen aus sicherer Dis­tanz. Einer der bei­den Ele­fan­ten, ein Män­nchen, wagt sich vor und zwingt nun auch diesen Jeep, den Rück­zug anzutreten. Die Sit­u­a­tion ist noch ein­mal gut gegan­gen. Im späteren Ver­lauf unserer Reise wer­den wir etwas Ähnliches erleben, jedoch mit engerem Kon­takt zwis­chen Men­sch und Tier.

Nach etwa 4 Stun­den ist die Fahrt vor­bei und wir nehmen eine Abkürzung über die Schnell­straße zurück zum Ein­gang des Parks. Bei ca. 80km/h ste­hend auf dem offe­nen Verdeck die Land­schaft an sich vor­beirasen zu sehen, hat schon was.